Aktuelles

Das Heimatmuseum ist seit 17. Mai 2020 unter Beachtung der Hygienevorschriften wieder geöffnet.

Zur zeit läuft unsere, mit historischen Fotos reich bebilderte „Sonderausstellung  Kirmesgeschichte in Rodheim und – Bieber“

wir freuen uns auf Ihren Besuch

(ausführicher Text weiter unten)


Vorstellung des Waggons in Erinnerung an die Biebertalbahn

Am Sonntag, 13. September 2020, 10.00 bis 17.00 Uhr

auf dem Gleis vor der Hof Schmitte/Rodheim

Foto: Horst Seidel

 

Programm: 10.15 Uhr Begrüßung, Drehorgel/Präsentation Heimatkalender/Kostüm-Theater/Getränke

Innen-Besichtigung des Waggons von 10.00 bis 17.00 Uhr möglich


Pilgerfahrt zur Bieberlies nach Plettenberg

Am Sonntag, den 16 Aug. 2020 unternahm der Heimatverein Rodheim-Bieber mit der Fünfzigervereinigung 1938 Biebertal eine Tagesfahrt zur Bieberlies nach Plettenberg.  Vorsitzender Helmut Failing konnte 48 Teilnehmer  begrüßen, er sprach von einer Pilgerfahrt. Er meinte jeder Biebertaler sollte mindestens einmal im Leben nach Plettenberg pilgern und mit der Bieberlies fahren.  Er konnte auch den Besitzer der Bieberlies, den Herrn Hans Rink im Bus begrüßen. Hans Rink schilderde den Teilnehmern ausführlich wie er und sein Jugendfreund Lothar Mickel 1965 mit Unterstützung  von dem damaligen  hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Albert Oßwald aus Wieseck und der Bundeswehr die Lok Nr. 60 von der Kleinbahngesellschaft  erworben hat. Die Lok ist heute noch in seinem Besitz und erfreut nicht nur das ganze Sauerland mit ihren Museumsfahrten. Die Lok wurde damals auch den Gemeinden Rodheim-Bieber und Heuchelheim sowie der Stadt Gießen zum Schrottpreis von 2.300 DM angeboten. Man hatte aber kein Interesse, dies war wohl dem damaligen Zeitgeist, „alles Alte muss weg“ geschuldet.

Nach der Ankunft am Bahnhof in Hüingshausen  wurde zunächst das Frühstück am Bus eingenommen.  Danach hatten die Besucher unter der Führung von Hans Rink die Möglichkeit die großzügig eingerichtete Werkstatt zu besichtigen. Anschließend ging es dann mit der Bieberlies auf die rund 2,3 km lange  etwa 45 Minuten dauernde Fahrt auf der Museumstrecke.  Den Abschluss bildete danach die eineinhalbstündige Schifffahrt auf dem Biggesee. Leider konnte bedingt durch die Einhaltung der Abstandsregeln kein Gruppenfoto gemacht werden.  Glücklicherweise war auch  der Frankenbacher Videofilmer Artur Ruppert mit an Bord. Er hat fleißig gefilmt und wird den Teilnehmern bei passender Gelegenheit sein erstelltes Video präsentieren.

Alle Teilnehmer  hielten sich strikt an die Hygienevorschriften. Es war im Bus, während der Zugfahrt sowie bei der Schifffahrt auf dem Biggesee strenge Maskenpflicht. Im Zug hatte sogar jeder Teilnehmer einen abstandsicheren Sitzplatz zugeteilt bekommen.

 


Aktuelle Presseveröffentlichung zu unserem Eisenbahnwagen

von KLAUS WALDSCHMIDT

11.06.20

Heimatverein Rodheim-Bieber:

40 Besucher informierten sich über den neuen Personenwagen aus der Schweiz auf Bieberlieserinnerungs-Areal bei Hof Schmitte – Renovierungsarbeiten laufen – Erinnerungen an die legendäre Biebertal-Bahn wurden wach – Positive Resonanz auf „Vollendung des Areals“

Biebertal-Rodheim-Bieber ( ws ). Wer die Augen vor dem Personenwagen auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal bei Hof Schmitte schloss und den alten Verlauf der Bieberlies-Trasse visualisierte, konnte das Einfahren des Bieberlies-Personenzuges in den alten Bahnhof an der Gießener Straße mit dem „Bimmeln“, Pfeifen, Keuchen und Schnauben der „Lies“ und den quietschenden Bremsen gedanklich nachempfinden. Möglich gemacht hat es die „Vollendung“ des Erinnerungsareals mit den Wagen durch den Heimatverein Rodheim-Bieber, der drei Jahre nach einem passenden Wagen gesucht hatte. Zur Informationsveranstaltung des Heimvereins mit Besichtigung waren über 40 Bieberliesfreunde gekommen. „Ich bin als Bub mit meiner Mutter mit der „Bieberlies“ nach Gießen gefahren, das war ein besonderes Erlebnis und etwa drei Mal im Jahr. Leider leben nicht mehr viele über 80jährige, die noch mit der „Lies“ gefahren sind. Die Personenbeförderung wurde 1952 eingestellt“, erinnerte Heimatvereinsvorsitzender Helmut Failing. Franz Gareis lief mit Mitschülern von Fellingshausen nach Rodheim und fuhr viele Jahre mit der Bieberlies von Bieber oder Rodheim nach Gießen bis zum Oswaldsgarten, um das Realgymnasium zu besuchen. „Da wurde den Schaffnern auch schon mal ein Streich gespielt. Bei der „Lies“ konnte man sich nicht lange aufhalten, dann hatte man Ruß in den Augen“, merkte er an. – Schon in den letzten Wochen kamen zahlreiche Bieberliesfreunde, um den Wagen in Augenschein zu nehmen. Sie freuten sich, dass das Areal vor der Kulisse von Hof Schmitte nun vollständig ist und auch auf diese Weise die Erinnerung an die Kleinbahn in den Herzen der Menschen weiterlebt. Der Personenwagen hat die passende Ein-Meter-Spurweite. Der Personenwagen wurde von der Firma SIG 1905 gefertigt. 1960 wurden die Bleche erneuert und der Wagen erhielt  1995 einen neuen Anstrich. Der Wagen hat ein Gewicht von 8,05 Tonnen und eine Länge von  10 Metern. Der Achsabstand beträgt sechs Meter – Wolfgang Richter aus Buseck-Beuern, der mit seiner Frau einen „Privates Eisenbahnmuseum“ betreibt, hatte schon 2016 das Andreaskreuz und die Pfeiftafel an den Schienen beigestellt. „Ich werde in Absprache mit dem Heimatverein für die Ausgestaltung des Wagens leihweise passende Exponate zur Verfügung stellen“, so Richter. – Im Wagen selbst wird es eine Fotoausstellung zur „Bieberlies“ gegen und eine kleine Präsentation von „Bieberlies-Büchern“. „Der Innenraum steht dann für Gruppenbesichtigungen und bei Museumstagen offen und wird eine weitere touristische Attraktion in Biebertal sein“, kündigte Helmut Failing an.  Zurzeit laufen die Renovierungsarbeiten. Ein erster grüner Voranstrich des Wagens ist  durch Reinhard Kreutzer (Firma Wille Biebertal) erfolgt, auch das Dach hat einen Grundanstrich erhalten. Innen sind vom „Sanierungsteam“ Fußleisten erneuert und Löcher zu gespachtelt worden. – Zur „Bieberlies-Historie“: Mit der Eröffnung der Kleinbahn Gießen-Bieber – der Personenverkehr der Biebertalbahn wurde am 19. August 1898, der Erztransport am 20. Oktober 1898 aufgenommen – eröffneten sich auch für das Biebertal mit seinen Erzgruben und den Kalksteinbrüchen neue Dimensionen.  Die Biebertalbahn verfügte über drei Lokomotiven („Gießen“, „Abendstern“ und „Rodheim“) mit einer Leistung von rund 100 PS. – Interessant war die Kleinbahnverbindung auch für die Gießener Städter, die die Bahn dazu nutzten zur Erholung an den Fuße des Dünsbergs zu gelangen, zumal der Dünsbergverein 1899 gegründet und eine Raststätte auf Biebertals Hausberg  errichtet wurde. Die Biebertalbahn hat nach dem Bombardement von 6. Dezember 1944 täglich von und nach Bieber viele Fahrten ausgeführt und 10 Tage lang kostenlos über 1000 Ausgebombte befördert und wertvolle Hilfe geleistet. (siehe Dünsbergbuch, S. 372). – Die Personenbeförderung wurde 1952, da Busse zum Einsatz kamen, der Erztransport 1963 eingestellt.

Foto: Nach der Außenbesichtigung fand auch der Innenraum des neuen Personenwagens auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal großes Interesse. Foto Waldschmidt

Foto: Der Personenwagen hat einen ersten grünen Anstrich erhalten. Später wird das das olivegrüne Farbe, die dem Original entspricht, aufgetragen. Foto: Waldschmidt

 

Foto: Der Heimatverein Rodheim-Bieber hatte zu einer Info-Veranstaltung zum neuen Personenwagen und über die Bieberlies auf das Erinnerungsareal eingeladen. Foto: Waldschmidt

 


Eisenbahnwagen für Bieberlies-Industriedenkmal

Nach über dreijähriger intensiver Suche in Deutschland und im benachbarten Ausland, ist es gelungen einen passenden Personenwagen  für die Bieberliesgleise an der Hof Schmitte zu erwerben. Am 12. Mai 2020 ist der Transport eines gut erhaltenen Wagen aus der Schweiz geplant.   Nach dem Transport nach Biebertal erhält der Wagen einen olivgrünen Anstrich, wie die ehemalige Biebertalbahn. Da der Wagen keine Sitze mehr hat, besteht die Möglichkeit das Innere für eine Ausstellung zur Biebertalbahngeschichte herzurichten. Zu bestimmen Anlässen, wie  z.B. Tag des offenen Denkmals, könnte dann der Wagen für die Öffentlichkeit  zugänglich sein.

Gleisanlage des Industrie-Denkmals an der Hof Schmitte.

Foto: Klaus Waldschmidt

 

So soll dann der Wagen aussehen, der auf die Gleisanlage gestellt wird.

Foto: retuschiert Fotofreunde Krofdorf-Gleiberg Horst Seidel


15.05.2020 Wir haben ein weiteres Etappenziel erreicht, der Wagen steht jetzt auf den Gleis

hier ein paar Bilder (Foto: Helmut Failing) und ein Video (Verantwortlich: Ralf Peter)


Sonderausstellung  Kirmesgeschichte in Rodheim und – Bieber

 

Am Sonntag, den 07. Juni 2020 um 17.00 Uhr hat der Heimatverein Rodheim-Bieber im Heimatmuseum seine 61. Sonderausstellung „Kirmesgeschichte in Rodheim und Bieber“eröffnet.

Schwerpunkte der Ausstellung sind die Kirmesgeschichte und deren Bräuche sowie Kirmesbilder von über 100 Jahren in Rodheim und in Bieber.  Interessant ist auf vielen Kirmesbildern vor 100 Jahren der Hinweis auf den „Paragrafen 11“ der heute nur wenigen bekannt ist.

Hier die Erklärung:

Der Paragraph 11 ist der bekannteste und auch am weitesteten verbreitete Paragraph in Bier-Comments von Studentenverbindungen. Ein Bier-Comment ist die Zusammenfassung aller überlieferten oder langjährigen  Gewohnheiten  gültige Regeln in sogenannten Bierangelegenheiten. Gebräuchlich war der Begriff auch unter den Handwerksgesellen. Er lautet traditionell „Es wird fortgesoffen“, Es wird weitergesoffen“

Aus dem späten 19. und auch frühen 20. Jahrhundert finden sich  zahlreiche Kunstgegenstände, meist Biergefäße und geschnitztes Biergestühl, mit der Darstellung „§11“. In Rapperswill und in Burg bei Magdeburg griffen  gar Restaurants auf den Paragraphen 11 als Namensgeber zurück.

Kirmes 1925 Gastwirtschaft Germania in Bieber                     Foto: E. Gerlach

Besondere Öffentlichkeit erlangte der Paragraph 11 im Jahre 1919 nach Ende des Ersten Weltkriegs, als Konteradmiral Ludwig von Reuter am 21. Juni mit den Codeworten „Paragraph Elf Bestätigen“ (in Sinne „Es  wird abgesoffen!“) das Vorbereitungssignal zur Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte im britischen Kriegshafen Scapa Flow gab.