Aktuelles

 

 

Aktuell:

Das Heimatmuseum ist wegen der aktuellen Corona-Einschränkungen ab Sonntag dem 01.November bis auf weiteres geschlossen.


Kalender 2021 von Ulrike Haus mit dem Titel „Kulturschätze“

Text: Klaus Waldschmidt

Während der offiziellen Präsentation des neuen Personenwagens am 9. Sep.2020 auf dem Bieberlies-Erinnerungsareal als Industriedenkmal stellte der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, den  Kalender von Ulrike Haus mit dem Titel „Kulturschätze 2021“ vor. Ulrike Haus hat mit ihren siebten Heimatkalender erneut einen besonderen Kalender gestaltet. Die Komplettierung des Bieberlies-Erinnerungsareals bei Hof Schmitte am Ortsrand von Rodheim lieferte die Initialzündung für diesen Themenkalender. Auf der Titelseite präsentiert sich gleich der frisch restaurierte Wagen mit der Aufschrift „Biebertalbahn“. Auf den Monatsblättern folgt darauf ein Reigen von Kulturdenkmälern im Bereich Rodheim-Bieber und Hof Haina, darunter die Dampflok 60 im Schnee,  weiter geht es mit Kulturschätzen – vom Schwarzen Hof über die Villa Gail mit Landschaftspark bis zur Schmitte, die das markante Gebäudeensemble am Weg zum Gleis mit Personenwagen bildet.  „Die Kulturschätze in Verbindung mit dem neuen attraktiven Anziehungspunkt bei Rodheim sollen zum Ausdruck bringen, dass auch das Bieberlies-Erinnerungsareal mit Ausstellung es verdient, in Zukunft ebenfalls zum offiziell anerkannten Kulturdenkmal zu werden, denn immer noch spielt in den Herzen der Biebertaler Bevölkerung die Blütezeit der  „Bieberlies“ und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Region eine wichtige Rolle“, so Ulrike Haus. Auf den Spuren kulturhistorischer Denkmäler hat das Biebertal Einiges zu bieten. Der Kalender 2021  kann für 12 Euro während der Öffnungszeiten bei der Sparkasse Wetzlar in Rodheim, der Volksbank  Heuchelheim in Rodheim sowie im Schreib- und Geschenkelädchen Altena in Rodheim Fellingshäuserstraße 4 erworben werden. Ulrike Haus dankt allen Motivgebern und Unterstützern des Kalenders.

 


Die Sonderausstellung (Nr. 62)  „Strukturwandel in Rodheim-Bieber“ wird nach Rücknahme der Einschränkungen fortgesetzt.

 

Sonderausstellung Strukturwandel in Rodheim-Bieber

Die am 4. Oktober im Heimatmuseum Rodheim-Bieber eröffnete Sonderausstellung „Strukturwandel in Rodheim-Bieber“ soll zeigen, wie sich unsere Lebensort, seine Strukturen und seine Umgebung über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren verändert haben. Da bei soll nicht gewertet werden im Sinne „früher war alles besser“.  Die Besucher sollen sich selbst ein Bild machen können, denn die Ausstellung stellt 20 älteren und möglichst identische moderne Fotoaufnahmen gegenüber. Vielleicht ist damit auch eine Art „Innehalten“ möglich: „wie sah unsere Heimat einmal aus, wo stehen wir heute und wo sollte es hingehen“ sagte Prof. Peter Mayser während der Eröffnung der Präsentation im Heimatmuseum.

 

Die Ausstellung wurde federführend von Prof. Mayser unter Mithilfe von Werner Altena, Helmut Failing, Manfred Henß, Günter Leicht, Petra mayser, Prof. Hans Ramge, Karl-Heinz Reeh, Klaus Schmidt, Markus Schmidt und Manfred Wahl gestaltet. Frau Bürgermeisterin Ortmann hob die aussagekräftige Gegenüberstellung  alter und neuer  Fotos hervor. Da Biebertal in die Dorfentwicklung aufgenommen ist, kann die Ausstellung auch hier mit einfließen. Es ist eine tolle Arbeit, die die Helfer hier geleistet haben. In den Bildern und Texten  ist sicher noch mancher ungehobener Schatz, den es zu finden und für die Gestaltung unserer Zukunft zu vertiefen gilt. Wir freuen uns auf die Anregungen und Diskussionsbeiträge  der Besucher  sagte Prof. Mayser. Die neue Ausstellung soll auch zum Nachdenken anregen und spricht auch den Klimawechsel an.

Neben den Vergleichsbildern gehören Themen, wie der zeitliche Verlauf der Besiedlung, die Veränderung der Fläche von Rodheim-Bieber. Alte Flurnamen als Hinweise für die Gestaltung  und Nutzung der Landschaft.  Die Ausarbeitung zeigt, dass die Gegend früher sehr wald-und wasserreich war und was regional alles, auch als Baumaterial (Leimenkaut, Kalkbruch) verfügbar war. Weiter ist die Veränderung der landwirtschaftlichen Infrastruktur (unter anderem Bodennutzung, Viehhaltung, Streuobstwiesen) mit Auswirkung auf die Artenvielfalt dargestellt.  Die Wetterdaten über mehr als ein Jahrhundert aus der Region sind enthalten.  Weiterhin touristische Konzepte, wie der „Luftkurort Rodheim-Bieber“ und das heimische  Skigebiet. Zudem ist vermutlich die erste Telefonanlage in Rodheim (Fabrikat Siemens & Halske) zu bewundern. Der Frage, warum sind manche alteingesessene Berufe  heute im Ort ausgestorben, wird nachgegangen. Eine Tafel über den Bergbau und die Landwirtschaft  sowie die Biebertalbahn (beide konzipiert von Dr. Rainer Haus und Ulrike Haus) ist enthalten. Dazu auch Interviews mit Revierleiterin Ulrike Henrich und Ortslandwirt Frank Willershäuser.

Die Ausstellung ist sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung ( 06409/9215) bis  voraussichtlich  Februar 2021 geöffnet.

 


Industriedenkmal Biebertalbahn

Waggon zur Erinnerung an die Biebertalbahn

auf dem Gleis vor der Hof Schmitte/Rodheim

Foto: Horst Seidel

Text: Klaus Waldschmidt

Der Heimatverein Rodheim-Bieber stellt am Tag des offenen Denkmals, am 13.9.2020 den Personenwagen  als „Minimuseum“ auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal bei Hof Schmitte vor  – Bürgermeisterin Patricia Ortmann: „Ein Stück Heimatgeschichte zum Anfassen“– Dr. Jutta Failing und Peter Meilinger setzen Kurztheaterszene „Ein Besuch bei Emily von Fritsch“ in Szene – Drehorgelspieler Helmut Scharnagel bereichert Programm

                                               Foto: Klaus.Waldschmidt 

             Besuch bei Emily von Fritsch  Dr. Jutta Failing & Peter Meilinger

Mit der Kurztheaterszene „Ein Besuch bei Emily von Fritsch“  versetzten die Gießener Stadtführer Peter Meilinger als „Bieberlies-Schaffner“ und Dr. Jutta Failing als Gießener Ärztin Dr. Gloria van Tassel, die per Bieberlies Baronin Emily von Fritsch auf Hof Schmitte besuchen will, in das Jahr 1916. Auf der Eingangsplattform des Personenwagens entspann sich ein Zwiegespräch, das in vergangene Zeiten entführte. Baronin Emily war im Dorf beliebt, unterstützte vielfältig die Soldaten in den Reservelazaretten und arbeitete mit Dr. van Tassel im „Reserve-Lazarett II“ in Gießen. Der  für Emily mitgebrachte „Handkäse aus Heuchelheim“ wurde vom Schaffner beschlagnahmt und verzehrt… Der Schaffner schilderte seinen Traum von der Bieberlies in Plettenberg und vom baugleichen Wagen in der Schweiz auf dem Bieberlies-Areal…“ –

„Schon beim Rückbau des Gleises 2016 war klar, dass zur Vervollständigung des Bieberlies-Erinnerungs-Areals auch ein Wagen aufs Gleis gehört. Der Heimatverein Rodheim-Bieber hat fast vier Jahre  nach einem Wagen für das Biebertalbahn-Gleis gesucht und ist fündig geworden. Am 15. Mai waren der Heimatvereins sehr glücklich als der Personenwagen Baujahr 1905,  erworben von der  Furka-Dampfbahn aus der Schweiz, endlich auf dem Gleis stand.  Vereinsmitglieder und auch zahlreiche Bieberliesfreunde haben den Personenwagen renoviert und mit einem neuen Außenanstrich in moosgrün versehen. Im Innenraum des Wagens ist ein „Minimuseum der Biebertalbahn“ mit acht Infotafeln, auch einer Liste der Beschäftigten der Biebertalbahn, die noch Lücken aufweist, und einigen Exponaten, darunter die letzte Kohlenschaufel, entstanden. Das Minimuseum wird aber nur an besonderen Tagen, z.B. am Biebertaler Museumstag und auf Voranmeldung, geöffnet sein“, erläuterte der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, zu Beginn der Präsentation, zu der schon über 70 Bieberliesfreunde gekommen waren. Wegen der Vandalismusgefährdung bat er alle, ein Auge auf den Wagen zu haben.  Er bedauerte, das heute nur noch die Lok 60 der Biebertalbahn in Plettenberg beim Museumseisenbahnverein fährt und 1963 das Angebot der Kleinbahn an die Gemeinde und Stadt Gießen, eine Lok zu erwerben, nicht angenommen wurde. Helmut Failing dankte allen, die bei der Renovierung des Wagens halfen, darunter auch , Karl-Heinz Reeh, Bürgermeisterin Patricia Ortmann, Alt-Bürgermeister Thomas Bender und Hauptamtsleiter Ralph Peter sowie Reinhard Kreutzer von der Firma Gustav Wille für den Außenanstrich, dem 89jährigen Schreinermeister Bruno Henkelmann (Heuchelheim) und Markus Wisker für die Beschriftung des Wagens sowie Wolfgang Richter (Privates Eisenbahnmuseum Buseck) für Exponate.

Die  – Die Gesamtkosten werden etwa 33.000 Euro (davon 19.800 Euro Spenden) betragen. Geld von der Gemeinde floss nicht. Sie unterstützte mit Sachleistungen und des Bauhofes. Gekommen war auch Hans Rink, der Besitzer der Lok 60 in Plettenberg, der sie damals mit Lothar Mickel und Verkehrsminister Albert Oßwald rettete. Drehorgelspieler unterhielt zwischendurch die Besucher.

Grüße für den „Verein Furka-Bergstrecke am Rhonegletscher“ überbrachte  Joachim Ziegler (Verein Furka-Bergstrecke Sektion Rhein-Main) und lud zum Besuch der Dampfbahn ein. „Mit dem Bieberlies-Areal ist ein Glanzstück gelungen, ein Stück Heimatgeschichte zum Anfassen. Ein tolles Projekt wurde mit toller Leistung realisiert. Mein Dank gilt Helmut Failing und allen Helfern“, so Bürgermeisterin Patricia Ortmann. – Edgar Niebergall drehte für den Film „Gießen um 1907“ symbolisch am Wagen einige Szenen. Der Filmerlös wird dem Hospiz Gießen im Palliativ Pro Gießen zugutekommen. – Auch der zweite Auftritt von Dr. Jutta Failing und Peter Meilinger begeisterte die Zuschauer. Unter strengen Hygienebedingungen konnten die Besucher den Wagen  den ganzen Tag besichtigen.


25 Jahre Heimatverein Rodheim-Bieber

Text: Klaus Waldschmidt

25 Jahre Heimatverein Rodheim-Bieber: Ein historischer Rückblick – Einer der aktivsten Vereine Biebertals, der die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft konzeptionell vor Augen hat – Höhepunkte: 100 Jahre Bieberlies – 850 Jahre Rodheim-Bieber – Museumseinweihung – die jährliche „Lange Nacht“ – Bilanz: 62 Sonder-Ausstellungen – „Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal“ initiiert und realisiert – Jubiläumsfeier auf 2021 verschoben.

Der Heimatverein Rodheim-Bieber hat in einem Vierteljahrhundert seines Bestehens Meilensteine der örtlichen Dorfgeschichte gesetzt. Coronabedingt kann die für den 30. Oktober vorgesehene Jubiläumsfeier mit Ehrung der Gründer nicht stattfinden und wird auf 2021 verschoben. Bereits die Sonder-Präsentation „25 Jahre Heimatverein“ gab  mit einem Querschnitt Einblick in die zahleichen Veranstaltungen, Events, Veröffentlichungen und Aktivitäten des Vereins in zweieinhalb Jahrzehnten. Der Heimatverein Rodheim-Bieber ist einer der aktivsten Vereine Biebertals mit einem innovativen Gesamtkonzept, wegweisender, moderner Organisation und engagierten Mitgliedern, gepaart mit Ideenvielfalt für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. – Untrennbar mit dem Erfolg und der Vielfalt der Aktivitäten ist das engagierten Vorstandsteam und rührigen Mitgliedern unterstützt wird, verbunden. – Dem Vorstand des Heimatvereins gehören heute an: Vorsitzender Helmut Failing, 2. Vorsitzender Thorsten Cramer,  Schriftführer Klaus Rüspeler, Schatzmeisterin Tanja Kreiling, 2. Schatzmeisterin Carmen Thorn, Beisitzerin Ulrike Haus sowie die Arbeitskreisleiter/innen Dr. Jutta Failing (Denkmalpflege), Dr. Rainer Haus (Erzbergbau/Bieberlies), Karl Ruppert (Heimatvertriebene), Karl-Heinz Reeh (Dorf- und Familiengeschichte), Regina Reeh (Brauchtum), Prof. Peter Mayser (Strukturwandel) –  Der Verein wurde am 30. Oktober 1995 gegründet. Der Heimatverein ist Mitglied im Hessischen Museumsverband, den Verbundmuseen Mittelhessen, der Vereinsgemeinschaft Biebertal (als Mitorganisator der Biebertaler Weihnachtsmärkte) und der Vereinsgemeinschaft Bürgerhaus Bieber. Auf zahlreichen Gewerbeausstellungen hat sich der Verein präsentiert. – Stets wirkt der Verein nicht nur nach innen, sondern hat auch

Foto: Klaus Waldschmidt

Ferienspiele: Webkurs 2014

 

Foto: Klaus Waldschmidt

Adventskranz binden 2016

So wurde unter anderem Literatur zu den Themenkreisen „Gedenken und Erinnern“ (von Frank Reif) 1996, das Bieberbuch 1998 „Bieber – urkundlich ältester Ort Biebertals, der aber nie Gemeinde sein durfte“ (Frank Reif), das Rodheim-Buch „Rodheim im Biebertal“ (mehrere Autoren) 2008, das „Kochbuch von Karoline Maxeimer“ 2012, Die Bieberlies-DVD 2013 sowie historische Jahres-Kalender (Gestaltung Ulrike Haus) und sechs Broschüren (z.B. „Dreißigjähriger Krieg“, „Ehemalige Geschäfte in Rodheim-Bieber) publiziert. Hinzu kommt die jährliche Ausgabe der Vereinsnachrichten. – Dass dem Verein die Denkmäler am Herzen liegen, kommt in der Restaurierung des romanischen Taufbeckens, der sechs barocken Grabsteine auf dem Rodheimer Friedhof sowie die Erstellung von Texttafeln und die Restaurierung des Leschdenkmals am „Schwarzen Hof“ mit der Anfertigung eines Reblikats. Alles wurde aus Spenden des Heimatvereins finanziert. –  Nicht zu vergessen die Neugestaltung des Bieberer Kehlbachplatzes mit Lore und historischen Tafeln, geplant vom Heimatverein, finanziert von der Vereinsgemeinschaft Bürgerhaus Bieber sowie die Info-Tafeln zu Bieberlies bei Hof Schmitte und das Emily von Fritsch-Straßenschild.  – Letztes Projekt war das Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal“ (2016), das mit der Aufstellung und Einweihung eines Personenwagens als „Mini-Bieberlies-Museum“ in diesem Jahr vollendet wurde. – Seit 1996 wird an den Ferienspielen teilgenommen. Der erste „Biebertaler Museumstag“ fand 2016 statt. – Die erfolgreich agierende und 1996 gegründete Volkstanzgruppe musste 2010 leider wegen Nachwuchsmangel aufgegeben werden. – Das Highlight des Jahresprogramms, die „Lange Nacht“,  wurde bereits 20 Mal gefeiert. – Ebenfalls 1996  – ebenso wie 2006/2016 – fand die Gedenkfeier zur Ankunft der Heimatvertriebenen vor 60 Jahren mit Vorstellung der von Reinhold Kerl geschaffenen Gedenktafel statt. –

 

BIEBERLIES-FEST ORGANISIERT UND 850-JAHR-FEIER RODHEIM-BIEBER FEDERFÜHREND VORBEREITET – „BIEBERLIES-ERINNERUNGS-AREAL GESCHAFFEN: Herausragende Ereignisse der 25jährigen Geschichte des noch jungen Vereins waren die Organisation des zweitägigen Bieberliesfestes 1998 und die Federführende Mitarbeit an der 850-Jahr-Feier von Rodheim-Bieber im Jahre 2000. – Ein weiteres markantes Datum war die Einweihung des Museums in der Gießener Straße im Jahre 2001 mit dem Theaterstück „Zeitfenster“ und einem Straßenfest. Konzeptionell ist das Museum als „lebendiges Museum“ mit wechselnden Ausstellungen und Präsentationen zu Einzelthemen konzipiert und genießt großen Zuspruch. 2011 wurde auch das Backhaus im Museum übernommen, 2015 die Erzbergbauausstellung im Museumskeller eingerichtet. – Inzwischen fanden 62 Sonderausstellungen zu Themen wie „Kaisertreu, Kult und Kitsch um Wilhelm II“, „Siebenjähriger Krieg im Gleiberger Land“ oder „Der Gail’sche Park – gestern – heute – morgen“, „Partnerstädte Biebertals“, „Strukturwandel in Rodheim-Bieber“ sind Bestandteil des „lebendigen Museums“. Sie Finden seit 2002 statt. Erstmals wurde 2001 der Maibaum in der Bieberer Kehlbach aufgestellt und eine historische Kartoffelernte im Buschgrund durchgeführt. Seit 2003 wird das Osterwasser geholt. – Viel Beachtung fanden die Bieberer Geschichten – mitten im Dorf gespielt –  in 2003 mit „Ankunft der Amis 1945, Auswanderer im 19. Jahrhundert und „Bieberlies“. Auch die Rodheimer Geschichten (2004) mit „Dem Tod des Generals Eliot, Christianisierung Rodheims und Märkergeding“ waren gelungen. Die erste Homepage des Vereins wurde 2004 kreiert.  – Bereits seit 2006 wird zusammen mit der KSG Bieber der „Biebertaler Ostermarkt“ durchgeführt. – Gut 8.000 Euro erbrachte die mit der Gemeinde durchgeführte Spendenaktion zum Erwerb von Inventar von Hof Schmitte 2009. – Das Dorffest in Rodheim wurde 2011mitgestaltet. – Die neue Wollspinn-Gruppe – 2014 gegründet – ist sehr aktiv. –  Auch zahlreiche Vorträge, Fahrten und Führungen fanden in den zwei Jahrzehnten statt: vom Kulturweg in Rodheim über die „Stadtführung“ in Bieber, den Führungen im Steinbruch Drebes in Bieber bis hin zu Bildungsreisen ins Egerland, Fahrten nach Eibenstock, nach Plettenberg zur Bieberlies. – Auch die Vorträge wie „Auswanderer Adolf Schäfer“, 1000jährige Nachbarschaft zwischen Deutschen und Tschechen“, „Zwangsarbeiter“, „Heuchelheimer Ludwig“ oder „Park Hof Schmitte“ bereicherten die Jahresprogramme. – Der Heimatverein Rodheim-Bieber ist digital präsent mit seiner 2019 erneuerten Homepage www.heimatvereinrodheimbieber.de

Foto:Klaus Waldschmidt

Museumseröffnung  2001     „Zeitreise“

 


Pilgerfahrt zur Bieberlies nach Plettenberg

Am Sonntag, den 16 Aug. 2020 unternahm der Heimatverein Rodheim-Bieber mit der Fünfzigervereinigung 1938 Biebertal eine Tagesfahrt zur Bieberlies nach Plettenberg.  Vorsitzender Helmut Failing konnte 48 Teilnehmer  begrüßen, er sprach von einer Pilgerfahrt. Er meinte jeder Biebertaler sollte mindestens einmal im Leben nach Plettenberg pilgern und mit der Bieberlies fahren.  Er konnte auch den Besitzer der Bieberlies, den Herrn Hans Rink im Bus begrüßen. Hans Rink schilderde den Teilnehmern ausführlich wie er und sein Jugendfreund Lothar Mickel 1965 mit Unterstützung  von dem damaligen  hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Albert Oßwald aus Wieseck und der Bundeswehr die Lok Nr. 60 von der Kleinbahngesellschaft  erworben hat. Die Lok ist heute noch in seinem Besitz und erfreut nicht nur das ganze Sauerland mit ihren Museumsfahrten. Die Lok wurde damals auch den Gemeinden Rodheim-Bieber und Heuchelheim sowie der Stadt Gießen zum Schrottpreis von 2.300 DM angeboten. Man hatte aber kein Interesse, dies war wohl dem damaligen Zeitgeist, „alles Alte muss weg“ geschuldet.

Nach der Ankunft am Bahnhof in Hüingshausen  wurde zunächst das Frühstück am Bus eingenommen.  Danach hatten die Besucher unter der Führung von Hans Rink die Möglichkeit die großzügig eingerichtete Werkstatt zu besichtigen. Anschließend ging es dann mit der Bieberlies auf die rund 2,3 km lange  etwa 45 Minuten dauernde Fahrt auf der Museumstrecke.  Den Abschluss bildete danach die eineinhalbstündige Schifffahrt auf dem Biggesee. Leider konnte bedingt durch die Einhaltung der Abstandsregeln kein Gruppenfoto gemacht werden.  Glücklicherweise war auch  der Frankenbacher Videofilmer Artur Ruppert mit an Bord. Er hat fleißig gefilmt und wird den Teilnehmern bei passender Gelegenheit sein erstelltes Video präsentieren.

Alle Teilnehmer  hielten sich strikt an die Hygienevorschriften. Es war im Bus, während der Zugfahrt sowie bei der Schifffahrt auf dem Biggesee strenge Maskenpflicht. Im Zug hatte sogar jeder Teilnehmer einen abstandsicheren Sitzplatz zugeteilt bekommen.

 


Aktuelle Presseveröffentlichung zu unserem Eisenbahnwagen

von KLAUS WALDSCHMIDT

11.06.20

Heimatverein Rodheim-Bieber:

40 Besucher informierten sich über den neuen Personenwagen aus der Schweiz auf Bieberlieserinnerungs-Areal bei Hof Schmitte – Renovierungsarbeiten laufen – Erinnerungen an die legendäre Biebertal-Bahn wurden wach – Positive Resonanz auf „Vollendung des Areals“

Biebertal-Rodheim-Bieber ( ws ). Wer die Augen vor dem Personenwagen auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal bei Hof Schmitte schloss und den alten Verlauf der Bieberlies-Trasse visualisierte, konnte das Einfahren des Bieberlies-Personenzuges in den alten Bahnhof an der Gießener Straße mit dem „Bimmeln“, Pfeifen, Keuchen und Schnauben der „Lies“ und den quietschenden Bremsen gedanklich nachempfinden. Möglich gemacht hat es die „Vollendung“ des Erinnerungsareals mit den Wagen durch den Heimatverein Rodheim-Bieber, der drei Jahre nach einem passenden Wagen gesucht hatte. Zur Informationsveranstaltung des Heimvereins mit Besichtigung waren über 40 Bieberliesfreunde gekommen. „Ich bin als Bub mit meiner Mutter mit der „Bieberlies“ nach Gießen gefahren, das war ein besonderes Erlebnis und etwa drei Mal im Jahr. Leider leben nicht mehr viele über 80jährige, die noch mit der „Lies“ gefahren sind. Die Personenbeförderung wurde 1952 eingestellt“, erinnerte Heimatvereinsvorsitzender Helmut Failing. Franz Gareis lief mit Mitschülern von Fellingshausen nach Rodheim und fuhr viele Jahre mit der Bieberlies von Bieber oder Rodheim nach Gießen bis zum Oswaldsgarten, um das Realgymnasium zu besuchen. „Da wurde den Schaffnern auch schon mal ein Streich gespielt. Bei der „Lies“ konnte man sich nicht lange aufhalten, dann hatte man Ruß in den Augen“, merkte er an. – Schon in den letzten Wochen kamen zahlreiche Bieberliesfreunde, um den Wagen in Augenschein zu nehmen. Sie freuten sich, dass das Areal vor der Kulisse von Hof Schmitte nun vollständig ist und auch auf diese Weise die Erinnerung an die Kleinbahn in den Herzen der Menschen weiterlebt. Der Personenwagen hat die passende Ein-Meter-Spurweite. Der Personenwagen wurde von der Firma SIG 1905 gefertigt. 1960 wurden die Bleche erneuert und der Wagen erhielt  1995 einen neuen Anstrich. Der Wagen hat ein Gewicht von 8,05 Tonnen und eine Länge von  10 Metern. Der Achsabstand beträgt sechs Meter – Wolfgang Richter aus Buseck-Beuern, der mit seiner Frau einen „Privates Eisenbahnmuseum“ betreibt, hatte schon 2016 das Andreaskreuz und die Pfeiftafel an den Schienen beigestellt. „Ich werde in Absprache mit dem Heimatverein für die Ausgestaltung des Wagens leihweise passende Exponate zur Verfügung stellen“, so Richter. – Im Wagen selbst wird es eine Fotoausstellung zur „Bieberlies“ gegen und eine kleine Präsentation von „Bieberlies-Büchern“. „Der Innenraum steht dann für Gruppenbesichtigungen und bei Museumstagen offen und wird eine weitere touristische Attraktion in Biebertal sein“, kündigte Helmut Failing an.  Zurzeit laufen die Renovierungsarbeiten. Ein erster grüner Voranstrich des Wagens ist  durch Reinhard Kreutzer (Firma Wille Biebertal) erfolgt, auch das Dach hat einen Grundanstrich erhalten. Innen sind vom „Sanierungsteam“ Fußleisten erneuert und Löcher zu gespachtelt worden. – Zur „Bieberlies-Historie“: Mit der Eröffnung der Kleinbahn Gießen-Bieber – der Personenverkehr der Biebertalbahn wurde am 19. August 1898, der Erztransport am 20. Oktober 1898 aufgenommen – eröffneten sich auch für das Biebertal mit seinen Erzgruben und den Kalksteinbrüchen neue Dimensionen.  Die Biebertalbahn verfügte über drei Lokomotiven („Gießen“, „Abendstern“ und „Rodheim“) mit einer Leistung von rund 100 PS. – Interessant war die Kleinbahnverbindung auch für die Gießener Städter, die die Bahn dazu nutzten zur Erholung an den Fuße des Dünsbergs zu gelangen, zumal der Dünsbergverein 1899 gegründet und eine Raststätte auf Biebertals Hausberg  errichtet wurde. Die Biebertalbahn hat nach dem Bombardement von 6. Dezember 1944 täglich von und nach Bieber viele Fahrten ausgeführt und 10 Tage lang kostenlos über 1000 Ausgebombte befördert und wertvolle Hilfe geleistet. (siehe Dünsbergbuch, S. 372). – Die Personenbeförderung wurde 1952, da Busse zum Einsatz kamen, der Erztransport 1963 eingestellt.

Foto: Nach der Außenbesichtigung fand auch der Innenraum des neuen Personenwagens auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal großes Interesse. Foto Waldschmidt

Foto: Der Personenwagen hat einen ersten grünen Anstrich erhalten. Später wird das das olivegrüne Farbe, die dem Original entspricht, aufgetragen. Foto: Waldschmidt

 

Foto: Der Heimatverein Rodheim-Bieber hatte zu einer Info-Veranstaltung zum neuen Personenwagen und über die Bieberlies auf das Erinnerungsareal eingeladen. Foto: Waldschmidt

 


Eisenbahnwagen für Bieberlies-Industriedenkmal

Nach über dreijähriger intensiver Suche in Deutschland und im benachbarten Ausland, ist es gelungen einen passenden Personenwagen  für die Bieberliesgleise an der Hof Schmitte zu erwerben. Am 12. Mai 2020 ist der Transport eines gut erhaltenen Wagen aus der Schweiz geplant.   Nach dem Transport nach Biebertal erhält der Wagen einen olivgrünen Anstrich, wie die ehemalige Biebertalbahn. Da der Wagen keine Sitze mehr hat, besteht die Möglichkeit das Innere für eine Ausstellung zur Biebertalbahngeschichte herzurichten. Zu bestimmen Anlässen, wie  z.B. Tag des offenen Denkmals, könnte dann der Wagen für die Öffentlichkeit  zugänglich sein.

Gleisanlage des Industrie-Denkmals an der Hof Schmitte.

Foto: Klaus Waldschmidt

 

So soll dann der Wagen aussehen, der auf die Gleisanlage gestellt wird.

Foto: retuschiert Fotofreunde Krofdorf-Gleiberg Horst Seidel


15.05.2020 Wir haben ein weiteres Etappenziel erreicht, der Wagen steht jetzt auf den Gleis

hier ein paar Bilder (Foto: Helmut Failing) und ein Video (Verantwortlich: Ralf Peter)